Die Horkheimer Bogenstellung - ein Teil der Neckar-Enz-Stellung

 

Am Montag, den 13. Februar 2017 fand ein Vortrag von Herrn Thomas Schulz und Herrn Klaus Knecht zur Geschichte der Bunker auf der Horkheimer Gemarkung unter dem Titel

 „Die Horkheimer Bogenstellung – ein Teil der Neckar-Enz-Stellung“ statt.

Die beiden Vortragenden beschäftigen sich seit Jahren mit diesem Thema und gehören einem privaten Arbeitskreis zur Bunkerforschung an, der die Informationen zur Neckar-Enz-Stellung hauptsächlich im Militärarchiv in Freiburg anhand der Originalunterlagen und zu den Bunkern vor Ort im Stadtarchiv Heilbronn zusammenträgt. 

Bei der Veranstaltung wurde anhand von Kartenausschnitten der Verlauf der Neckar-Enz-Stellung von Eberbach im Odenwald bis nach Enzweihingen dargestellt. Dabei hoben die Referenten die große Bedeutung, die bei dieser Verteidigungsstellung dem Horkheimer (Neckar-)Bogen zugekommen ist, hervor und gingen auch auf die ebenfalls verwendete Bezeichnung „Sehnenstellung“ (für die Verteidigungsanlagen entlang des Schozachtals) ein. 

Die Beschreibung der beim Bau 1935 noch als „Stand“ bezeichneten Bauwerke (erst ab 1944 wurde der Begriff „Bunker“ verwendet), war sowohl hinsichtlich der Maße von Wänden und Decken und der Enge in Inneren, als auch in Bezug auf die immensen Summen, die der Bau dieser Verteidigungsanlagen verschlang, äußerst beeindruckend. 

Auf Grund der strikten Geheimhaltung der Baumaßnahmen und der aufwändigen Tarnung der Bauten waren die Einzelheiten der Verteidigungsstellung in der Bevölkerung nur wenig bekannt und in der Landschaft kaum erkennbar. Daher stießen die Fotografien und Luftaufnahmen der heute auf der Gemarkung Horkheim noch erkennbaren Bunkerruinen auf besonderes Interesse bei den Anwesenden. Ein sogenannter Plattenpfahl, den die Referenten als Anschauungsobjekt mitgebracht hatten und der für Draht-Sicherungsanlagen verwendet wurde, versetzte die Zuhörer in Erstaunen, da solche Pfähle dank ihrer hohen Qualität noch heute an einigen Gartenzäunen im Ort als Zaunpfosten zum Einsatz kommen. 

Ebenso war den meisten unbekannt, dass in der Nußäckerstraße, also heute praktisch mitten im Ort, noch eine sogenannte „Scheinanlage“ zu sehen ist. 

Viele der neben den Bunkerbauten zur Sicherung aufgestellten Hindernisse wie Stolperdrähte, Armierungspfähle, Weinberghindernisse usw. wurden rasch wieder abgebaut, teils um den Landwirten ein ungehindertes Bewirtschaften ihrer Felder zu ermöglichen, teils weil das Material an anderer Stelle, beispielsweise am Westwall benötigt wurde.

 Ernüchternd war, dass die im Jahr 1935 auf Basis der Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg auf höchstem technischen Stand erbauten Bunkeranlagen schon 10 Jahre später zum Kriegsende 1945 infolge des technischen Fortschritts vollständig veraltet waren und Angriffen kaum Stand gehalten hätten.

 In den Jahren 1947 wurden die nicht mehr benötigten Bunkeranlagen durch die alliierte Militärregierung und später 1957 durch die BRD gesprengt, so dass heute von den ursprünglich 446 Bunkern der Neckar-Enz-Stellung (davon 13 auf der Gemarkung Horkheim) nur noch 24 Bunker erhalten sind. 

Seit 2005 steht die Neckar-Enz-Stellung unter Denkmalschutz und auf Grund der sich in den alten Bunkeranlagen angesiedelten Pflanzen und Tiere sind diese auch für den Naturschutz von zunehmendem Interesse.