„Interessantes aus den Horkheimer Ortsbeilagen des Evangelischen Gemeindeblattes (1948 – 1970)“

Das Heimatkreis-Mitglied Werner Bühler verfügt über eine Sammlung der Horkheimer Ortsbeilagen zum Evangelischen Gemeindeblatt, die er Herrn Pfarrer i.R. Martin Schüz zur Verfügung stellte. Dieser hatte sich freundlicherweise bereiterklärt, die Unterlagen zu sichten und Interessantes hieraus für den Interessenkreis zusammenzustellen.

Einleitend erläutert Herr Schüz, dass diese von den jeweiligen Pfarrern verfassten monatlichen Ortsbeilagen zum evangelischen Gemeindeblatt zur Bekanntgabe von Informationen aus der Kirchengemeinde dienten, vergleichbar mit den heutigen Gemeindebriefen der evangelischen Kirchengemeinde. Es wurde über Baumaßnahmen in und an der Kirche sowie Veranstaltungen in der (Kirchen-)gemeinde Horkheim berichtet, aber auch Familiennachrichten veröffentlicht.

Interessant war, dass in der Beilage sowohl die Kirchengemeinde Horkheim als auch die Nachbargemeinde Klingenberg Nachrichten veröffentlichte, also auch schon damals Verbindungen über den Neckar hinweg bestanden. 

Die Ausgestaltung der Ortsbeilage wurde 1967 einer wesentlichen Veränderung unterzogen: Der Kopf der Beilage wurde modernisiert, indem nun die Zeichnung der Horkheimer Ortsansicht des Horkheimer Künstlers Alfred Wertsch abgebildet wurde. Dieselbe Ansicht verwendet auch der Interessenkreis Heimatgeschichte als Briefkopf. 

Wir erhielten Einblick in die zahlreichen Baumaßnahmen, der unsere Kirche im Laufe der Jahre unterzogen wurde ebenso wie zur Entstehungsgeschichte des evangelischen Gemeindehauses, dem eine Reihe von Planungsvarianten vorausgingen, bis das heute wohlbekannte Bauwerk in der Nußäckerstraße entstanden ist. 

Auch die finanzielle Situation der Kirchengemeinde war bereits in früheren Zeiten ein stetig wiederkehrendes Thema, das die jeweiligen Pfarrer beschäftigte. So wurde in den Ortsbeilagen der anstehenden Einzug der Kirchensteuer, der früher noch nicht durch den Staat erfolgte, angekündigt, um Zuwendungen für dringend notwendige Baumaßnahmen gebeten oder höhere Opfergaben angemahnt. 

Für die heutige Zeit eher kurios erscheinen die Ausführungen zu den althergebrachten Stammplätzen und der Platzverteilung nach Geschlechtern in der Kirche beim Gottesdienst. In den Familiennachrichten wurden Heimkehrer aus Kriegsgefangenschaft namentlich begrüßt, über tragische Unfälle und Todesfälle berichtet und den Angehörigen Mut und Trost zugesprochen.