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Sep 14, 2010

Hochgeschwindigkeitsnetz bleibt löchrig


Kategorie: Archiv
Erstellt von: horkadmin

Von Werner Tewes
"Aus wirtschaftlichen Gründen mussten wir davon absehen, die gesamte Stadt zu erschließen." Vodafone

Heilbronn - Der neue Schnellzugang zur Datenautobahn ist da, doch längst nicht alle profitieren von ihm. Nach Abschluss des VDSL-Modell-Projektes von Vodafone und Telekom können zwar große Teile Heilbronns ab sofort mit Hochgeschwindigkeit durchs Internet surfen. Die Verantwortlichen sprechen daher auch von einem "gelungenen Projekt". Jedoch: Für Teile der Käthchenstadt bleibt schnelles Internet ein Traum. Darunter fallen auch einige Gewerbegebiete, was den Unmut von Unternehmern hervorruft. Laut der Stadt Heilbronn ist zudem ein weiterer Ausbau der Leitungen vorerst nicht geplant. Konkret sind 50 000 Haushalte an das neue VDSL-Netz angeschlossen, was ungefähr drei Viertel aller Haushalte Heilbronns bedeutet. "Aus wirtschaftlichen Gründen mussten wir davon absehen, die gesamte Stadt zu erschließen", sagt ein Vodafone-Sprecher. Mit anderen Worten: Weil in einigen Gegenden zu wenig potenzielle Kunden sitzen, als dass sich die Investition rentiert hätte, hat man auf den Komplettausbau der Leitungen verzichtet.

Außen vor bleiben Kirchhausen und Biberach, da sie eine andere Vorwahl haben. Leingarten wurde nur teilweise erschlossen. Laut dem federführenden Projektpartner Vodafone liegt der Schwerpunkt des VDSL-Netzes in Neckargartach, Frankenbach, Böckingen, Klingenberg, Horkheim, Sontheim und in der Kernstadt Heilbronn. Freilich: Auch hier gibt es aus technischen Gründen Bereiche und Straßenzüge ohne VDSL-Anschluss. Ein Umstand, der einigen sauer aufstößt.

In Horkheim etwa haben Bewohner der Aussiedlerhöfe eine Initiative gegründet, um eine schnellere Internetverbindung zu erhalten. Auch beim Wirtschaftsbeauftragten der Stadt Heilbronn, Bernd Billek, sind Klagen von Unternehmern eingegangen. Grund dafür ist, dass auch nicht alle Gewerbegebiete komplett ans VDSL-Netz angeschlossen wurden - "trotz intensiver Bemühungen der Stadt", wie Billek betont. Im Schwabenhof, im Heilbronner Innovationspark, in den westlichen Teilen der Böllinger Höfe und des Gewerbegebiets Böckingen-West sowie im Industriegebiet Neckar gibt es noch weiße Flecken auf der VDSL-Landkarte. Laut Billek existiert immerhin die Zusage, dass der Zukunftspark Wohlgelegen "ergänzend VDSL erhalten soll". Zwar könnten sowohl Vodafone als auch Telekom jetzt nach Abschluss des Gemeinschaftsprojekts auf eigene Faust tätig werden, jedoch sind weitere Erschließungen laut beiden Unternehmen nicht geplant. Die Telekom verweist vielmehr darauf, dass das Funknetz demnächst ausgebaut wird. Heilbronns Wirtschaftsbeauftragter Bernd Billek sagt unterdessen: "Die Verwaltung, die bereits im Vorfeld des VDSL-Projekts im Gespräch auch mit anderen Telekom-Anbietern war, hat diesen Kontakt erneuert, als absehbar wurde, dass Versorgungslücken aus dem Projekt bestehen bleiben." Sein Zwischenfazit lautet aber: "Bislang jedoch ohne Durchbruch."

Es existieren mehrere Möglichkeiten, um schnell ins Internet zu kommen. Zum einen gibt es VDSL. Hierbei sind Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde möglich. Noch fixer sind die Verbindungen per Kabel mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit. Laut Kabel-BW sind 85 Prozent der Haushalte Heilbronns ans Netz angeschlossen. Der Schwerpunkt der Kabelverbindungen liegt freilich traditionell in Wohn-, nicht in Gewerbegebieten. Per Funk wiederum lassen sich derzeit Geschwindigkeiten von etwa 7,2 Megabit erreichen. Zu den einzelnen Tarifen und Verfügbarkeit der Netze gibt es Infos auf den Homepages der Anbieter.

Heilbronner Stimme vom 14.09.2010

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