Categories: Archiv
      Date: Nov 29, 2010
     Title: Bei Taxis-Gelände tut sich nichts

Neues hatte Christoph Böhmer vom Stadtplanungsamt den Horkheimer Bezirksbeiräten nicht zu berichten: "Das Taxis-Gelände bleibt Gewerbegebiet." Immer wieder kommt das Thema im Stadtteilgremium auf die Tagesordnung, denn bald ist es zwölf Jahre her, dass der frühere Baustoffhandel die Nutzung des knapp zwei Hektar großen Gebietes am Neckarkanal aufgab. Seitens der BayWa, die 2005 Taxis übernommen hatte, gab es den Wunsch an die Stadt, den Bebauungsplan zu ändern und Wohnbebauung zuzulassen. An der ablehnenden Haltung hat sich auch aktuell nichts geändert: "Das Areal wird nie Wohngebiet werden", unterstreicht Christoph Böhmer. Zum einen wolle man Gewerbeflächen im Stadtteil erhalten, zum anderen gelte für bestehende Gewerbebetriebe Bestandsschutz . Bei einer direkt angrenzenden Wohnbebauung würde das Lärmschutzprobleme bringen.

Böhmer nennt ein weiteres Argument: den Rückgang der Bevölkerung. Heutzutage ist schon ein Hausverkauf nicht mehr so einfach und in Zukunft werde es viele Grundstücke und Häuser geben, die leer stehen. Für Bezirksbeirat Karl Kühner ist die momentane Haltung der Stadtverwaltung einleuchtend, doch solle man sich langfristig Gedanken machen, ob man das Gelände nicht anders nutzen wolle. "Es ewig so zu lassen, ist für das Ortsbild nicht gut." Wenn etwa der Supermarkt in der Ortsmitte einmal nicht mehr betrieben werde, dann wäre das Areal eine Option, "die heute noch nicht vorstellbar ist". Für SPD-Kollege Christian Eheim stellt sich die Frage, ob die Stadt nicht als Investor auftreten könnte, wenn das Gelände weiterhin brach liegt. "Dann muss man eine Initiative starten." Allzu viel Optimismus erteilt der Stadtplanungsamtschef eine Absage: "Wenn es für das Gelände einen Markt gäbe, dann hätte es die BayWa längst parzelliert oder verkauft." Den Missstand der Brache sehe er zwar auch, "aber er ist aus meiner Sicht nicht so, dass man eingreifen muss". Heinz Klenk (Freie Wähler) will "keine Schnellschüsse", denn es gebe doch immer wieder Gewerbetreibende, die etwas suchen. "Wir sollten es so lassen, wie es ist."

Bericht der Heilbronner Stimme vom 29.11.2010 (kis)