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Porträt unseres Chorleiters Erwin Wölk:

Seit 46 Jahren Musik zu Ehren Gottes

 Von Bärbel Kistner (Heilbronner Stimme vom 22.04.2005)

Mit zwölf Jahren saß er schon in seinem Heimatort Siegelsbach beim Gottesdienst an der Orgel. Zuhause stand ein Harmonium, an dem Erwin Wölk seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte. Das Klavier kam erst später dazu. Doch Musik zu machen zu Ehren Gottes, begleitet den heute 58-Jährigen seit Kindertagen.

Die Liebe zur Musik ist in seinem Lauffener Reihenhaus unübersehbar. Mittelpunkt des Wohnraums ist ein Cembalo, obenauf liegt eine Gambe, daneben steht ein altes Harmonium. Zwei Kontrabässe finden noch Platz, ebenso eine fast zimmerhohe Bub-Bass-Blockflöte.Sein Hauptinstrument würde dagegen den Wohnraum sprengen. Wölk ist gelernter Orgelbauer, das ist auch der Hauptberuf des Lauffeners. Das sich an die Lehre anschließende Kirchenmusikstudium hat Erwin Wölk dagegen nicht zum Beruf gemacht, wohl aber zu seiner Hauptbeschäftigung in der Freizeit. In Siegelsbach leitet er ein Blockflötenensemble. Und seit 25 Jahren fährt er mindestens einmal in der Woche nach Horkheim als Leiter des evangelischen Kirchenchors.

Ein Bekannter hatte ihn vor einem Viertel Jahrhundert gefragt, daraus ist eine feste Bindung geworden: "Kirchlich bin ich in Horkheim zuhause." Hin und wieder ist er auch als Organist in der Georgs-Kirche tätig. Seinen 30 Horkheimer Sängerinnen und Sängern attestiert Erwin Wölk großes Engagement, gut ein Drittel kennt er von Anfang an: "Viele Ensembles haben heute das Problem, dass sich die Leute nicht fest binden wollen." Der Paulus Chor sei dagegen immer singfähig. Und noch ein Lob gibt es für die Mitglieder: "Das rechne ich meinem Chor hoch an, dass man auch Lateinisch singen kann." Aufgeschlossen seien die Horkheimer Kirchensänger ohnehin: Mal proben sie für Gospels oder einen Jazzkanon in Englisch, mal stehen Kirchenlieder in Italienisch auf dem Programm.Zum Standardrepertoire gehören Choräle und kleinere Motetten, anspruchsvoller sind Bach-Kantaten, die Matthäus-Passion von Kühnhausen, Haydn- und Mozart-Messen. Für die Zukunft wünscht sich Erwin Wölk, dass er mit seinem Chor aktiver am Gottesdienst mitwirkt. Wenn Horkheim ab 8. Mai wieder einen neuen Gemeindepfarrer hat, dann ist er zuversichtlich, dass das auch klappen wird. Erwin Wölk freut sich schon auf die Zusammenarbeit.

Erwin Wölk liebt nicht nur seine Chorleitertätigkeit in Horkheim, er hat auch eine Vorliebe für alte Instrumente. Das Cembalo im Wohnzimmer ist zurzeit aber mehr Dekoration. (Foto: Bärbel Kistner)


 

 

Last update: 19.01.2008   B.Wild